Der erste Schultag gehört zu den prägenden Momenten im Leben eines Kindes. Zwischen Vorfreude und Aufregung markiert er den Übergang von der frühen Kindheit in einen neuen Lebensabschnitt. Die Ausstellung „Mein erster Schultag“ widmet sich diesem besonderen Tag – seinen Ritualen, seinen Symbolen und seiner Entwicklung über mehr als ein Jahrhundert hinweg.
Historischer Kontext

Die Tradition der Schultüte entstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum. Sie sollte den Schulbeginn versüßen und Kindern den Einstieg in den neuen Lebensabschnitt erleichtern. Was zunächst regional verbreitet war, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem festen Bestandteil der Einschulungskultur.

Mit der Industrialisierung und der zunehmenden Vereinheitlichung des Schulwesens gewann auch der Schulanfang an Bedeutung. Kleidung, Schulranzen, Schreibmaterialien und Fotografien spiegeln dabei stets den Zeitgeist wider. Während im Kaiserreich Disziplin und Ordnung dominierten, veränderten Reformpädagogik, Nachkriegszeit und moderne Bildungskonzepte den Schulbeginn nachhaltig.
Exponate & Beispiele

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen originale Schultüten aus verschiedenen Jahrzehnten. Sie stammen aus einer persönlichen Sammlung eines engagierten Spenders und zeigen eindrucksvoll, wie sich Gestaltung, Größe und Inhalte im Laufe der Zeit gewandelt haben. Von handgefertigten Exemplaren mit Stoffverzierungen bis hin zu industriell produzierten Tüten mit populären Motiven dokumentieren sie gesellschaftliche Trends ebenso wie familiäre Traditionen. Ergänzt wird die Sammlung durch Schulranzen unterschiedlicher Epochen – vom ledernen Tornister bis zum ergonomischen Modell der Gegenwart. Fotografien, Dokumente und regionale Hinweise zu Einschulungsritualen verdeutlichen, dass der erste Schultag nicht nur ein schulischer, sondern auch ein kultureller Moment ist.
Pädagogischer Mehrwert

„Mein erster Schultag“ lädt dazu ein, den Blick auf die eigene Biografie zu richten und gleichzeitig den historischen Wandel zu verstehen.
Die Ausstellung eröffnet generationenübergreifende Gespräche. Erinnerungen werden lebendig, Unterschiede und Gemeinsamkeiten treten hervor. Sie macht sichtbar, wie stark Bildung von gesellschaftlichen Entwicklungen geprägt ist – und wie sehr Rituale Stabilität vermitteln können.

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