Was bedeutet überhaupt „typisch“ für Mädchen und „typisch“ für Jungen? Die Ausstellung „Typisch Junge – Typisch Mädchen“ setzt sich mit Rollenbildern auseinander, die über Jahrzehnte hinweg geschlechterspezifische Erziehung, Spielkultur und Selbstverständnis geprägt haben.
Historischer Kontext
Geschlechtsspezifische Zuschreibungen waren lange Zeit fest in gesellschaftlichen Strukturen verankert. Während Jungen häufig auf Technik, Abenteuer und Beruf vorbereitet wurden, standen bei Mädchen Fürsorge, Haushalt und soziale Anpassung im Mittelpunkt. Diese Erwartungen spiegelten sich nicht zuletzt im Spielzeug wider.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts veränderten sich Rollenbilder zunehmend. Frauenbewegung, gesellschaftlicher Wandel und neue pädagogische Konzepte führten zu einer schrittweisen Auflösung traditioneller Zuordnungen – ein Prozess, der bis heute andauert.
Exponate & Gegenüberstellungen
Zentraler Bestandteil der Ausstellung sind gegenübergestellte Vitrinen mit geschlechterspezifischen Spielzeugen aus verschiedenen Jahrzehnten. Puppenstuben, Nähkästen und Kinderherde stehen Baukästen, Modelleisenbahnen oder technischem Spielgerät gegenüber.
Diese Gegenüberstellung macht deutlich, wie konsequent Kinder über ihr Spielverhalten auf gesellschaftliche Rollen vorbereitet wurden. Verpackungsgestaltung, Farbgebung und Werbesprache ergänzen die Objekte und zeigen, wie früh Erwartungen formuliert wurden.
Pädagogischer Mehrwert
𝕿ypisch 𝕸ädchen ∙ 𝕿ypisch 𝕵unge versteht sich nicht als Anklage, sondern als Einladung zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sowie der Gegenwart.
Die Ausstellung regt zur Reflexion an. Sie zeigt, dass Spielzeug nie nur Spielzeug war, sondern stets auch Ausdruck gesellschaftlicher Vorstellungen.
Gleichzeitig eröffnet sie Raum für Diskussionen über Veränderung, Gleichberechtigung und individuelle Entwicklung.
Gleichzeitig eröffnet sie Raum für Diskussionen über Veränderung, Gleichberechtigung und individuelle Entwicklung.